Fußballgeschichte
Die sportlichen Aktivitäten des Sportvereins Oberwolfach beschränkten sich in den ersten Jahren nach der Vereinsgründung im Jahre 1948 auf die Sportarten Turnen und Leichtathletik. Da geeignete Sportstätten fehlten und der junge Verein auch die finanziellen Mittel zur Beschaffung
der notwendigen Sportgeräte nicht aufbringen konnte, ließ das Interesse an der Leichtathletik schon bald nach und die Abteilung wurde aufgegeben. Lauter und dringender wurden indes die Rufe nach Gründung einer Fußballabteilung und nach dem Bau eines Sportplatzes.
Einige Bürger, die sich dem sportlichen Fortschritt in der Gemeinde verpflichtet fühlten nahmen schließlich das Heft in die Hand. An ihrer Spitze stand Gottfried Baur. Der "Vater der Fußballer" setzte sich mit ganzer Kraft, wirksam unterstützt durch den damaligen Ortsgeistlichen Pfarrer
Rapp, für die Gründung einer Fußballabteilung unter dem Dach des bestehenden Sportvereins ein und verhalf schließlich dem brennenden Wunsch der zahlreich gewordenen Fußballfreunde zum Durchbruch.
Im Sommer 1950 war der Boden so weit vorbereitet, daß bei der Gemeinde der Antrag zum Bau eines Sportplatzes gestellt werden konnte. Nach einigen Vorberatungen wurde dem Antrag seitens der Gemeinde entsprochen. Der Sportverein erhielt Gelände auf den Hoffeldern zum Bau eines Sportplatzes zugewiesen. Natürlich wurde die Entscheidung des Gemeinderats in der Bürgerschaft kontrovers diskutiert, opferte man doch wertvolles Ackergelände dem Zwecke von Freizeitvergnügungen. Die von Hunger und Arbeit geprägten ersten Nachkriegsjahre waren in der Bevölkerung noch nicht verdrängt und so konnten viele eine solche Entscheidung nicht verstehen. Der Gemeinderat und an seiner Spitze der damalige Bürgermeister Gottfried Rauber jedoch hatten viel Verständnis für die jüngeren Generationen gezeigt und, wie die weitere Entwicklung zeigte, mit dem nötigen Weitblick gehandelt.
Noch im Herbst 1950 begannen aktive und passive Mitglieder des Sportvereines mit den Bauarbeiten. Das Grundstück war dem Verein mit der Maßgabe zugewiesen worden, daß die Herrichtung des Platzes durch den Verein selbst zu erfolgen habe. Ohne Maschinen, in reiner Handarbeit, wurde jede Stunde Freizeit dazu benutzt, das Gelände einzuebnen und daraus einen Sportplatz zu gestalten, der in Ausmaß und Beschaffenheit den normalen und auch von der Sportbehörde verlangten Normen entsprach. Mitte 1951 war das Werk vollendet, was viele Außenstehende nicht für möglich gehalten hatten. Der unglaubliche Fleiß und Idealismus, mit dem die Vereinsmitglieder ihre Idee verwirklicht hatten, brachte dem Sportverein in breiten Teilen der Bevölkerung großes Ansehen ein.
Am 12. August 1951 wurde der neue Platz im Rahmen einer erhebenden Einweihungsfeier seiner Bestimmung übergeben. Es war ein großer Tag, nicht nur für die Oberwolfacher Sportler und ihre Anhänger, sondern auch für die ganze Gemeinde. Eine große Zahl interessierter Zuschauer aus allen Ortsteilen und aus der näheren und weiteren Umgebung säumte das Spielfeld, um den Weiheakt durch den Ortsgeistlichen Pfarrer Rapp und das Weihespiel der Oberwolfacher Gastgeber gegen die Fußballer aus Pfarrer Rapps Heimatort Hamberg sowie die anschließenden Pokalspiele mitzuerleben.
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Unmittelbar nach der Genehmigung des Sportplatzbaus durch die Gemeinde hatte Gottfried Baur - unter tatkräftiger Mitarbeit von Eugen Groß - begonnen, eine leistungsfähige Oberwolfacher Mannschaft aufzubauen. Das vorhandene Spielerpotential war zu diesem Zeitpunkt zahlenmäßig noch äußerst begrenzt aber von großer spielerischer Substanz. Viele Oberwolfacher Fußballer, die Jahre zuvor mangels Spielmöglichkeit in ihrer Heimatgemeinde dem FC Wolfach beigetreten waren und dort zu den Leistungsträgern der Mannschaft zählten, kehrten nach Gründung der Oberwolfacher Fußballabteilung spontan zurück. Diese schon erfahrenen Leute bildeten das Gerippe der jungen Mannschaft, die sich aus folgenden Spielern zusammensetzte:
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Eugen Groß, Hermann Schmider, Erwin Zambelli, Alfons Rauber, Alfred Baur, Klaus Horn, Meinhard Gebert, Wilhelm Hacker, Ludwig Bonath, Egon Rauber, Walter Fritsch, Josef Vollmer sowie Konrad Heizmann aus Wolfach.
Mit dieser Mannschaft wurde zunächst als Vorbereitung auf die kommenden Aufgaben eine Reihe Freundschaftsspiele gegen Gegner aus nah und fern ausgetragen.
Inzwischen waren auch die formellen Voraussetzungen für die Aufnahme in den südbadischen Fußballverband und für die Teilnahme an den Verbandsspielen erfüllt worden. Der Platz war fertiggestellt, von Verbandsvertretern abgenommen und als den Vorschriften entsprechend anerkannt worden. Die Vereinsstatuten waren so ergänzt, daß die Abteilung Fußball nun einen integrierter Bestandteil des SV Oberwolfach darstellte. Die sportliche Bewährung konnte beginnen.


