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1. Mannschaft

Am 26. August 1951 trug die Fußballmannschaft des SV Oberwolfach ihr erstes Verbandsspiel aus. Gegner war die Mannschaft aus, das Spiel wurde klar mit gewonnen. Auch in den folgenden Partien erfüllte die junge Mannschaft die in sie gesetzten Erwartungen voll und ganz, und so schaffte man bereits im ersten Spieljahr als Tabellenzweiter den Aufstieg von der C-Klasse Kinzigtal in die B-Klasse Lahr-Kinzigtal.

Angesichts dieses großen Erfolges entdeckten immer mehr junge Leute ihr Interesse für den Fußballsport. Viele traten dem Verein bei, sodaß schon nach kurzer Zeit die Aufstellung einer Zweiten Mannschaft notwendig wurde. Wenig später konnten dem Verband auch Jugend- und Schülermannschaften für den Verbandsspielbetrieb gemeldet werden. Drei Jahre lang hielt sich die junge Elf in der B-Klasse. Im Spieljahr 1954/55 jedoch lief der Ball nicht mehr so rund und nach einem unglücklich verlaufenen Spieljahr mußte man in den sauren Apfel des Abstiegs beißen.
Nach einem vergeblichen Anlauf im Spieljahr 1955/56 - dieses Spieljahr brachte der Zweiten Mannschaft des SVO die Meisterschaft in der Reservestaffel - gelang der Oberwolfacher Ersten im Jahre 1956/57 der zweite Platz und damit der umjubelte Wiederaufstieg, der mit Trainingsfleiß, Ehrgeiz und insbesondere auch mit guter Kameradschaft erreicht wurde.

In den folgenden Spieljahren konnte sich der SVO dank des guten Nachwuchses in der Elite der B-Klasse etablieren. Der Verein hatte sich still und heimlich zu einer festen Fußballgröße im Kinzigtal gemausert, der Aufstieg in die A-Klasse war angesichts des jungen spielstarken Kaders im Verein längst zum Thema geworden. Im Spieljahr 1963/64 war es soweit. Der SV Oberwolfach bließ zum Angriff und schaffte nach einer famosen Saisonleistung, die von der Meisterschaft gekrönt wurde, den ersehnten Aufstieg in die A-Klasse. Die Gemeinde nahm großen Anteil am Triumph ihres SVO, die Spieler wurden, eskortiert von der Musikkapelle begeistert gefeiert.

hier Bild (verblichenes 64 groß klein farbig)

Bald schon hatte der Fußballalltag den "kleinen" SVO wieder, man bekam in der folgenden Spielzeit schon bald zu spüren, daß die Luft in der A-Klasse wesentlich dünner war. Die guten Plazierungen der Jahre zuvor waren nicht mehr zu erreichen, im Mittelpunkt der fußballerischen Bemühungen stand der Klassenerhalt. Dieses Ziel wurde im Spieljahr 1966/67 nach einer sehr unglücklich verlaufenen Runde verfehlt. Es spricht jedoch deutlich für die Stärke des damaligen Teams, daß man schon in der folgenden Saison mit der tollen Bilanz von 44:8 Punkten und 102:39 Toren den direkten Wiederaufstieg in die A-Klasse schaffte.

Bild Meistermannschaft  67 Hausach

Natürlich verstanden sich die Oberwolfacher Spieler neben dem Fußballspielen auch auf das Feiern. Der Wiederaufstieg wurde, wie schon die vielen Siege zuvor, im Nebenzimmer des damaligen Vereinslokals "Linde" gebührend begossen.

(Farb-Bild aus Tüte Gottfried, Bauer, Scherer)

Bis zur Spielzeit 1984/85, 18 Jahre lang, war der Name des SV Oberwolfach ununterbrochen in den Tabellen der A-Klasse - ab 1979 Bezirksliga Offenburg- ununterbrochen zu finden. Die Plazierungen reichten dabei von Spitzenplätzen wie Platz 3 in der Saison 1972/73 und Platz 4 in der Spielzeit 1975/76 bis hin zu Jahren akuter Abstiegsnot wie im Spieljahr 1983/84, wo man mit Platz 15 noch den Klassenerhalt schaffte. In all den Jahren genoß der Oberwolfacher Fußball im weiten Umkreis ein sehr hohes Ansehen. Nicht nur in den Meisterschaftsrunden sondern auch bei vielen Pokalturnieren stellte man immer wieder unter Beweis, daß man zu den Besten des Kreises gehörte. So gewann der SVO den A-Pokal des Kreisturniers im Jahre 1969, siegte beim  Kreispokalturnier des TuS Kinzigtal im Jahre 1972, bei einem internationalen Turnier des SV Hausach im Jahre 1974 und beim Pokalturnier der Spielvereinigung Schitach im Jahre 1976.

Im Spieljahr 1984/85 reichte Platz 14 nicht mehr zum Erhalt der Klasse. Der SVO mußte trotz einer  recht ordentlichen Saison als dritter Absteiger den bitteren Weg in die Kreisliga A antreten. Die stolze Ära des kleinen Dorfvereins, der ausschließlich mit eigenen Nachwuchskräften den etablierten Vereinen der Ortenauer Fußballszene 18 Jahre lang getrotzt hatte, ging zu Ende. Sie war möglich geworden durch Ausnahmespieler - Heinz Blaasch, Anton Rauber, Helmut Braunwarth und Klaus Dieter Horn seien an dieser Stelle stellvertretend genannt -, durch eine hervorragende Jugendarbeit und durch ein funktionierendes, gut geführtes Vereinsleben, in dem jeder seinen ihm möglichen Teil zum Erfolg des Ganzen beizutragen versuchte.


(bild 84_85_1m)

Zwischenzeitlich hatte sich die Fußballszene bis in die unteren Klassen deutlich gewandelt. Das Spielerkarusell hatte begonnen, sich mit großer Beschleunigung zu drehen. Kleine Vereine wie der SV Oberwolfach, die allein mit dem eigenen Nachwuchs ihr Glück versuchten, waren auf Dauer nicht mehr in der Lage, die Bezirksliga zu halten, da die Konkurrenz entstehende Lücken mit der Abwerbung oder deutlicher gesagt dem Kauf "fertiger", meist überdurchschnittlicher Spieler anderer Vereine schloß. Dieser Entwicklung hatte sich der SVO, was im übrigen bis heute noch gilt, verschlossen. So war das Vorhaben von Bezirksliga-Staffelleiter Walter Stemmler, der im Jahr des Bezirksliga-Abstiegs ankündigte, sein Amt so lange auszuüben, bis der SVO wieder in die Bezirksliga aufgestiegen sei, von vorneherein zum Scheitern verurteilt.

Auch in der Kreisliga A war man in der Folgezeit nicht frei von sportlichen Sorgen. Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga hatten einige erfahrene Leistungsträger ihre Karriere beendet, sodaß sich die junge Mannschaft gegen die starke Konkurenz schwertat. Bis zur Mitte der Rückrunde 1985/86 schien es, als würde der SVO in die C-Klasse durchgereicht. Dann gelang der von Vitor Pereira trainierten Elf jedoch eine tolle Serie von 15:1 Punkten in den letzten acht Spielen, die am Ende noch einen guten Mittelfeldplatz einbrachte.

Doch schon ein Jahr später geschah das für viele Unfaßbare. Nach einer miserablen Saison, in der die Mannschaft insbesondere die Disziplin und Geschlossenheit früherer Jahre vermissen ließ, mußte der SVO in die unterste Fußballklasse absteigen. Natürlich war der sofortige Wiederaufsteig das erklärte Ziel aller Verantwortlichen. Aber die Mannschaft tat sich unerwartet schwer im rauhen Klima der Kreisliga B, wo für viele Mannschaften mangels anderer Perspektiven ein Sieg gegen die Oberwolfacher, zu denen man jahrzehntelang nach oben geschaut hatte, ein Saisonziel war. Am Ende reichte es "nur" zu einem dritten Tabellenplatz, die Enttäuschung im Oberwolfacher Lager war groß. Im folgenden Jahr nahm man einen erneuten Anlauf aufzusteigen. Am letzten Spieltag stand die Mannschaft des damaligen Trainers und Motivationskünstlers Helmut Hättich tatsächlich auf Rang eins, nachdem man zwischenzeitlich hoffnungslos abgeschlagen schien. Allerdings hatte Hauptkonkurrent Mühlenbach noch ein Nachholspiel beim Tabellenletzten Nordrach auszutragen,  der nötige Punktgewinn zur Meisterschaft schien für Mühlenbach sicher. Natürlich führ der SVO vollzählig nach Nordrach, um mit lautstarker Unterstützung die Heimelf zu einem Fußball-wunder zu treiben. Und das Unglaubliche geschah. In einer für alle anwesenden Oberwolfacher unvergeßlichen Partie schlug der ASV Nordrach den haushohen Favoriten Mühlenbach mit 3:2 und machte die Hättich-Elf  endgültig zum Meister. Der Jubel in den Oberwolfacher Reihen kannte keine Grenzen.

((hier E.Herrmann Meistermannschaft  helle Quergruppe “S” ode “5” Repro fehlt noch: ))  

In der Saison 1989/90 mußte in Oberwolfach wieder um den Klassenerhalt in der Kreisliga A gezittert werden, der erst am letzten Spieltag gesichert werden konnte. Aber bereits ein Jahr später mußte man erneut den Weg in die Kreisliga B antreten. Es war zwischenzeitlich deutlich geworden, daß es unheimlich schwer war, mit jungen, unerfahrenen Nachwuchsleuten die Lücken, die altgediente Fußball-”Abgänger” hinterließen, zu schließen und den immer stärker werdenden Gegnern Paroli zu bieten.  

Natürlich war nach dem Abstieg in die Kreisliga B im Jahre 1991 der Wiederaufstieg als sportliches Vereinsziel ausgegeben worden. Von diesem Ziel hat man sich bis heute allerdings mehr entfernt als daß man ihm näher gekommen wäre. Die beste Plazierung war noch ein 4. Platz im Spieljahr
1994 /95 . Es gibt eine Reihe von Gründen, warum der SV Oberwolfach auch im Jubiläumsjahr sportlich ein tristes Dasein in der untersten Spielklasse fristet. Ein Hauptgrund ist sicherlich die immer stärker werdende Konkurrenz. Ein jedes Spieljahr hat mittlerweile seinen Favoritenkreis, der sich regelmäßig aus Mannschaften rekrutiert, die mit ungeheuerem finanziellen Aufwand auf entscheidenden Positionen verstärkt sind. Diesen Weg wollte der Verein bisher nicht gehen.


Der SVO muß sich vielmehr alle Jahre wieder der Abwerbungsbemühungen anderer Vereine  erwehren, die den mit viel Mühe ausgebildeten überdurchschnittlichen Spielern des Vereins nicht nur finanziell sondern auch sportlich reizvolle Angebote unterbreiten. Dabei waren und sind die Verlockungen der Konkurrenz oft größer als die Verbundenheit der Spieler zu ihrem Heimatverein. Sicherlich darf man auch nicht übersehen, daß die Ergebnisse der immer noch intensiv betriebenen Jugendarbeit nicht den gewünschten Erfolg zeitigen. Zu viele talentierte Spieler steigen aufgrund anderer Interessen frühzeitig aus dem Fußballsport aus. Viele haben nach dem Wechsel zu den Aktiven nicht den Willen und die Energie, sich im Training auch dann durchzubeißen, wenn nicht auf Anhieb ein Stammplatz in der ersten Mannschaft herausspringt, sondern geben sich mit einem Stammplatz in der "Zweiten" zufrieden. Schließlich sind viele junge Spieler sind nicht bereit sich bedingungslos in den Dienst der Mannschaft und des Fußballsports zu stellen, sodaß eine Mannschaft wie sie zu ganz großen Erfolgen nötig ist, im Grunde gar nicht aufgeboten werden kann.

Für die Fußballabteilung des SV Oberwolfach bleibt an dieser Stelle zu hoffen, daß sich bald wieder einmal eine Fußballmannschaft zusammenfindet, deren Spieler neben dem fußballerischen Talent die Gabe haben, sich dem erfolgreichen Fußballsport ohne wenn und aber hinzugeben.